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KOMPOST  IM GARTEN

Prof.Dr.H. Weber und A. Krainhöfner (Kreisfachberater)

Abbildungen entnommen und verändert aus: Handbuch für den Gartenfachberater im Sächsischen Kleingärtnerverein.
Mit Genehmigung des Landesverbandes Sachsen

Was  ist Kompost ?

Kompost ist ein Produkt des durch Mikroorganismen verursachten Abbaus (Verrottung) von organischen Abfallstoffen aus Garten, Landwirtschaft und Haushalt, das aufgrund seines Nährstoff- und Humusgehaltes ein wertvolles Dünge- und Bodenverbesserungsmittel darstellt. Kompost trägt maßgeblich zur Verbesserung der Struktur, Wasserkapazität, des Nährstoffgehaltes sowie zur Belebung des Bodens durch Kleinstlebewesen bei.

Kompostwirtschaft

Die Gewinnung von Kompost ist nicht nur ein Beitrag zur Zurückführung organischer Stoffe (Recycling) in den Kreislauf der Natur, sondern auch eine Maßnahme wirtschaftlicher Vernunft. Rest- bzw. Abfallstoffe menschlicher Tätigkeit werden mit minimalen Kosten in wertvolle Bodenverbesserungsstoffe (Humus) und Düngemittel (Nährstoffe) umgewandelt. Die Herstellung von Kompost im Haus- und Kleingarten ist daher nicht nur eine ökologisch sinnvolle Maßnahme zur biologischen Beseitigung und Umwandlung von Abfällen an Ort und Stelle, sondern entlastet gleichzeitig die kommunale Abfallentsorgung.

Kompost wird als das „Gold des Gärtners“ bezeichnet.

Formen der Kompostierung

1.     Kompostierung in Komposthaufen
    Lose Aufschüttung des Kompostierungs-Materials

2.     Kompostierung in Kompostern
    Ansetzen des Materials in Behältnissen (Schnell- und Thermo-Komposter)

3.     Kompostierung in Hügel- oder Hochbeeten
    Aufschüttung des Materials in geordneten Hügeln bzw. Form von Hochbeeten

4.     Flächenkompostieren bzw. Mulchen
    Flaches Aufbringen angerotteten Materials bzw. Abdecken von Beeten und              Anpflanzungen

Kompostierungsmaterial

Gartenabfälle

Alle anfallenden Abfälle von gesunden Pflanzen, Unkraut, angewelkter Grasschnitt (in geringen Mengen), gehäckselter Strauch und Baumschnitt, Staudenschnitt, Laub u.a.

Haushaltsabfälle

Schnittblumen, Topfpflanzen, alte Blumenerde, Haare, Federn, Papier, Pappe, Wellkarton(zerkleinert), Holzwolle, Sägemehl, Holzasche, Hühnermist (nur in kleinen Mengen, verteilt).

Küchenabfälle

Gemüse- und Obstreste, Eierschalen, Kaffeesatz, Tee, Milchprodukte,   Kuchen- und Brotreste (zerkrümelt).

Ungeeignetes Material

Keinerlei Fleischreste und Knochen sowie Essensreste (locken Ratten an), Schalen (behandelter) Zitrusfrüchte, Steine von Steinobst, Nussschalen, samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter (wie Quecke, Giersch) oder nur getrocknet, nasses Gras, farbiges Papier, Kunststoffe, Textilien. Kein Häcksel-Material von krankem Obstschnitt sowie befallenem Gemüse (Pilzkrankheiten wie Monilia, Feuerbrand,  Kohlhernie), von Welke-Krankheiten befallene Pflanzen (z.B. Astern), Zweige und Nadeln von Koniferen. Kein schwer verrottbares Laub (Pappel, Birke, Eiche, Kastanie, Nussbaum) und Rinde oder diese nur bei Zugabe von Ca und N.

Rotte- Organismen

Am Kompostierungs-Prozess sind maßgeblich beteiligt: Bakterien, Strahlenpilze, Pilze, Asseln, Milben, Springschwänze, Borstenwürmer, Humus- und Regenwürmer.

Da jede Organismen-Art  infolge eines spezifischen Stoffwechsels verschiedene Stoffe verwertet, diese umbaut bzw. neue aufbaut, entsteht im Zusammenwirken eine sog. Nahrungskette. Das Ergebnis ist ein reifer Kompost. Sehr effektiv bei Küchenabfällen sind sog. Kompostwürmer.

Wichtige Regeln für die Verrottung

Für eine wirksame Verrottung sind die Struktur und  die chemische Zusammensetzung des Kompostmaterials, die Feuchtigkeit sowie der Zusatz von Hilfsstoffen entscheidend. Diese Hilfsstoffe (Kompostbeschleuniger) enthalten Mikroorganismen in getrockneter, aber aktiver Form und dienen als Starterkulturen für den  Rotte – Prozess. Ebenso wirksam ist der Zusatz von alter Komposterde, Siebmaterial oder Stalldung.
Das Material darf nicht zu grob sein, es soll verschiedene Materialien durchmischt enthalten. Den Kompost nicht verdichten, den Sauerstoffzutritt ermöglichen, feucht halten, dabei zu große Nässe vermeiden, um entstehende Fäulnis zu verhindern. Zur Beseitigung von Nässe und Gerüchen Bentonit aber auch etwas Kalk einsetzen. Mit Giftstoffen (Herbizide, Fungizide, Schwermetalle u.a. Umweltgifte) behaftete Materialien unterdrücken die Tätigkeit der an der Verrottung beteiligten Mikroorganismen und Kleintiere und belasten den Boden.

 

Weiter zu beachtende Maßnahmen

-   Wahl eines möglichst schattigen Standortes Kompostierungs-Material nicht in         Gruben oder zwischen dichten Mauern ansetzen, Luftmangel erzeugt Fäulnis

-   Für Bodenkontakt sorgen, da nur so Regenwürmer einwandern können. Nicht         auf Beton oder Steinplatten ansetzen

-   Die unterste Schicht sollte aus gröberem und trockenem     Material bestehen,       gefolgt von einer feinerer Materialmischung aus angetrocknetem Gras  und              pflanzlichen Stoffen sowie Küchenabfällen

-   Kaffesatz, Kaffeefilter, Teebeutel und vor allem    Zwiebelschalen locken                 Regenwürmer an

-   Kalk und Gesteinsmehle dienen der Mineralien- Versorgung und                               Geruchsunterbindung

-   Austrocknung vermeiden, da sonst Regenwürmer auswandern

-   Mehrfaches Umsetzen führt zu gleichmäßiger und zügiger Verrottung und                 schnellerer Reife

-   Reifen Kompost bei der Anwendung stets verdünnen, insbesondere bei der             Aussaat und Jungpflanzenanzucht (!)


Komposthaufen mit Zonen verschiedener Rotte-Bedingungen



Verschiedene Rotte-Boxen (Komposter)


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